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Interview mit den Gründern von enffi – rethink energy

„Enffi“ aktiviert Energieeinsparpotenziale in Privathaushalten

Mithilfe der verhaltenbasierten Energieeffizienz lässt sich viel Energie in privaten Haushalten einsparen. Ihr Potenzial für die Energiewende wird jedoch unterschätzt. Mit ihrer Smartphone App „enffi“ haben die drei Freunde Max Bohm, Chris Menzel und Gerrit Begher eine Lösung entwickelt, die dabei hilft, den eigenen Energieverbrauch zu verstehen, zu vergleichen und sich mit anderen auf spielerische Weise beim Senken des eigenen Energiebedarfs zu messen.

Technewable im Interview mit den Gründern von „enffi – rethink energy“.

 

1. Teil: Über die Smartphone-App „enffi“ und ihr Beitrag zur Energiewende

Technewable: Wofür steht der Name „enffi“?

Max: „Enffi“ steht für eine Mischung aus Energie und Effizienz.

Technewable: Und worum geht es bei „enffi“?

Max: 20 Prozent des heimischen Energieverbrauchs werden verschwendet. Verschiedenste Studien zeigen, dass diese Energie ohne Komfortverluste durch Feedback eingespart werden kann. Doch nachhaltige Motivation bei den Endnutzern ist schwer zu erzeugen und es ist komplex, die effektivsten Effizienzmaßnahmen für die individuelle Situation zu finden.

Wir sind davon überzeugt, dass das Thema der verhaltensbasierten Energieeffizienz noch unterrepräsentiert ist. Die Potentiale sind enorm und meist kostenfrei zu realisieren. Entsprechend wollen wir dieses Thema prominenter platzieren und den Menschen helfen, die Potentiale zu nutzen, indem wir Wissen vermitteln und eine Hilfestellung zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung bieten.

Technewable: Was ist das Besondere an „enffi“? Welche Lösung bietet es?

Max: Wie kann ich meinen Energieverbrauch durch besseres Verhalten und einfache technische Änderungen positiv beeinflussen? “Enffi” beantwortet diese Frage. Es handelt sich um eine Smartphone-App, die Menschen motiviert, ihren verhaltensbedingten Energieverbrauch im Privathaushalt zu reduzieren.

Chris: Unser Algorithmus ermöglicht eine von äußeren (Wohn-)Bedingungen unabhängige Energiescore zu berechnen. Den Nutzenden der App wird es so ermöglicht, ihre Strom- und Wärmeeffizienz sozial zu vergleichen.

Ineffiziente Gewohnheiten können identifiziert und nachhaltige Motivation für effizientes Verhalten generiert werden. Die Nutzenden sparen Geld und klimaschädliche Emissionen ein und leisten so einen persönlichen Beitrag zur Energiewende.

Smartphone-App "enffi" zeigt Energieverbräuche auf und regt zu Verhaltensänderungen an

Smartphone-App „enffi“ zeigt Energieverbräuche auf und regt zu Verhaltensänderungen an Bild: enffi

Technewable: Welche Vorteile bietet „enffi“ gegenüber anderen Lösungen?

Chris: Bisherige Lösungen im Bereich der heimischen Energieeffizienz basieren vor allem auf direkter Beratung vor Ort oder versuchen Energieeffizienzwissen leichter zugänglich zu machen. Problematisch hierbei ist, diese Beratung vielen Verbrauchern ohne hohe Kosten zugänglich zu machen.

Auch gibt es Apps die den Energieverbrauch durch manuelles Zählerablesen verfolgen und diesen visualisieren. Dies allein scheint aber nicht zu reichen – die Energieeffizienzsteigerungen schöpfen bei weitem nicht das mögliche Potential aus.

„Enffi“ visualisiert den Energieverbrauch als Effizienz und macht ihn somit direkt vergleichbar. Zudem senkt die nicht-technische ansprechende Gestaltung die Einstiegshürde bei den Nutzenden. Als Smartphone-App ergibt sich somit ein leicht, auch auf dem europäischen Markt, skalierbares Werkzeug um signifikante Mengen Energie einzusparen. Unsere Game-Mechanismen halten die Menschen in der App und sorgen für nachhaltige Motivation und Spaß am Thema.

Technewable: Für wen ist „enffi“ bestimmt? Wer soll die App nutzen?

Max: Unser Ziel ist es, das Thema Energieeffizienz für Privathaushalte interessant und spannend zu machen. Enffi ist auf eine Weise gestaltet, wie man es in diesem technisch geprägten Feld nicht erwartet – intuitiv, emotional und minimalistisch. Damit richtet sich enffi an Menschen, die sich bereits für ihren Energieverbrauch interessieren, wissen möchten wie effizient sie sind und Interesse an einem Vergleich mit anderen haben.

Chris: Andererseits aber auch explizit an Personen, die sich mit dem Thema heimischer Energieeffizienz noch nicht tiefgreifend beschäftigt haben und bisher von der Hemmschwelle der technischen Prägung des Themas abgehalten wurden. Zu Beginn erwarten wir besonders starke Adoption bei jungen Erwachsenen die in einer ihrer ersten Wohnungen leben aber auch bei Einfamilienhausbesitzern.

Technewable: Wie groß schätzt ihr Euer Marktpotenzial?

Chris: Wir sehen eine Relevanz und Interesse für das Thema Energieeffizienz bei 15 – 30 % der deutschen Haushalte. In diesen 6 – 12 Mio. Haushalten lässt sich mit unserer Lösung ein Einsparpotential von 0,5 – 3 Mrd. € realisieren, an welchem wir teilhaben werden. Auch der europäische Markt bietet große Chancen für unseren innovativen Ansatz und wird in Zukunft eine Rolle spielen.

Technewable: Wie erreicht ihr Eure Nutzer? Wo wird die App erhältlich sein?  

Chris: Wir beginnen zunächst über verschiedene Social-Media-Kanäle unser Produkt zu platzieren. Sobald wir aus der Beta-Phase herausgehen, wird es dann mehrere Launch-Events in Zusammenarbeit mit unseren EVU-Partnern geben, um die App im breiten Stil zu bewerben.

Während der Beta-Phase können sich Interessenten über unsere Website www.enffi.de registrieren und bekommen nach einiger Zeit eine Einladung, um die App herunterzuladen. Sobald wir den eigentlichen Release machen, ist enffi dann über die üblichen App-Stores erhältlich.

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 Ankündigung: Im zweiten Teil des Interviews werden wir ausführlicher über das Start-up „enffi“ berichten, wie das Projekt entstanden ist und welche weiteren Schritte auf ihrer Agenda stehen.

2. Teil: Über das Start-up „enffi“ und die nächsten Schritte

Katja Reisswig

Katja Reisswig

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